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DIE ZEIT DER VERLEUMDER

 

 

 

 

 

Zensur?

Abraham Melzer - 24. Juni 2022

„Das Bedienen antisemitischer Klischees auf der documenta15 erinnert an die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte“, kommentiert Jürgen Hardt von der CDU. Damit hat er nicht so Unrecht. Mich erinnert das an die große Kunstausstellung der Nationalsozialisten, die sie „Entartete Kunst“ nannten. In Kassel ist aber nicht die Kunst entartet, was Kunst nicht kann, sondern der Diskurs um die angeblich antisemitischen Tendenzen der Ausstellung, die ich nicht sehe und nirgend zu erkennen vermag, selbst nicht in dem gigantischen Bild, dass verhängt und schließlich abgehängt worden ist. Jetzt bleibt das Gerüst als Mahnmal. Das Gerüst ist jetzt das Kunstwerk. Damit hat sich die Forderung eines documenta-Urgesteins, nämlich Josef Beus, bestätigt und erfüllt, dass alles Kunst sei, selbst ein Butterberg.

Kunst diskutiert, sondern über Antisemitismus. Man konnte es kaum noch ertragen. Der Generalsekretär der FDP Djir-Sarai belehrte uns, dass „Antisemitismus ist keine Meinung. Antisemitismus ist Hass und kann daher nie die Freiheit der Kunst in Anspruch nehmen.“ Aber selbst wenn Antisemitismus Hass ist (in den meisten Fällen ist es Dummheit und primitive Vorurteile) so kann es doch nicht verboten sein. Oder will die FDP den Menschen verbieten zu lieben oder zu hassen? Verbieten kann man Judenhass nicht. Verbieten und verhindern muss man nur Ausschreitungen gegen Menschen nur weil sie Juden sind. Dafür ist aber die Polizei zuständig und nicht die documenta.

Aber schon im Vorfeld zur diesjährigen documenta15 wurde den Kuratoren, der indonesischen Gruppe ruangrupa, sowie mehreren ausstellenden Künstlern die Nähe zur „antisemitischen“ BDS-Bewegung attestiert. Und weil Kulturstaatsministerin Claudia Roth bei der beschämenden Abstimmung im Bundestag nicht zugestimmt hat, wird jetzt von der Jüdischen Allgemeine ihre Entlassung gefordert. Josef Schuster verlangt jetzt personelle Konsequenzen. Er behauptet, dass Deutschlands Image in der Welt durch diesen Vorfall Schaden genommen hatte. Damit hat er möglicherweise sogar Recht. Die beschämende Debatte um die documenta15 hat in der Tat weltweit Aufsehen, Erstaunen und Mitleid mit den Deutschen erweckt, aber auch Wut und Zorn auf den Zentralrat der Juden, auf die diversen überflüssigen Antisemitismusbeauftragten, die sich alle plötzlich zu Kunstsachverständigen aufgeplustert haben und auf die israelische Regierung, die sich in Angelegenheiten einmischt, die sie ganz und gar nicht angehen.

„documenta der Schande“ nannte Israels Botschafter die internationale Kunstausstellung. Die Schande liegt aber allein auf seiner Seite und beim Zentralrat der Juden, der blind vor Hass und Gehorsam wie ein Terrier Israels völkerrechtswidrige Politik verteidigt. Die zahlreichen Antisemitismusskandale der letzten Jahre zeigen aber nur, wie leicht man in Deutschland mit dem Wort „Antisemitismus“ Aufmerksamkeit erregt und Menschen und Karrieren zu Fall bringen kann. Was ist denn der Antisemitismusvorwurf wert, wenn sogar ich als „berüchtigter Antisemit“ diskreditiert, beleidigt und diffamiert werde.

Die Jüdische Allgemeine meint, dass die jüdische Gemeinschaft in Deutschland selten so in Aufruhr war. Das widerspricht aber alles, was ich wahrnehme und wahrgenommen habe. Die sogenannte „Jüdische Gemeinschaft“ gibt es gar nicht. Die „Juden in Deutschland“, wie sich diese angebliche Gemeinschaft nennt, leben in einem selbstgewählten Ghetto, in dem sie vom Zentralrat alimentiert und bewacht werden. Sie werden tagaus, tagein mit der israelischen antipalästinensischen und im Grunde auch antijüdischen Propaganda gefüttert, lesen die Jüdische Presse als einzige Informationsquelle und wichtige Artikel, natürlich pro-israelisch und anti-palästinensisch werden sogar ins russische übersetzt, weil die Mehrheit der „jüdischen Gemeinschaft“ russische und ukrainische Juden ist, die mitnichten nach Israel auswandern wollen. Viele von ihnen kamen auf Umwegen aus Israel.

Die Jüdische Allgemeine hetzt und fragt, wie es sein kann, dass „jüdische Künstler aus Israel von der Weltkunstausstellung in Kassel gezielt ausgeschlossen wurden?“ Woher weiß denn die Jüdische Allgemeine, dass sie „gezielt“ ausgeschlossen wurden? Und warum wieder diese dämliche Behauptung, dass es sich um jüdische Künstler aus Israel handelt. Sind denn Künstler aus Israel nicht Israelis? Und sind nicht Künstler aus anderen 156 Staaten nicht eingeladen worden, was ganz was anderes ist als „ausgeschlossen“.

Die Jüdische Allgemeine fragt, wie es sein kann, „dass Juden in einem Gemälde als Schwein samt Davidstern und „Mossad“-Aufschrift gedemütigt werden?“ Welche Juden sind denn gedemütigt worden? Wohl nur diejenigen, die fest und stramm hinter der zionistischen Politik Israels stehen. Diese Politik ist aber kolonialistisch und trägt die Merkmale einer Apartheid und nicht mehr und nicht weniger wollten die indonesischen Künstler in ihrem Bild ausdrücken. Israel und seine Besatzungspolitik sei zu ächten, wie die anderen europäischen und amerikanischen Koloniale Systeme.

Sollen wir in Zukunft Kunst, Literatur und öffentliche Debatten vom Zentralrat der Juden zensieren lassen? Dieses sagt immer wieder, dass Kritik an Israel erlaubt sei, aber meint, dass nur die Kritik, die der Zentralrat in Vertretung der israelischen Propaganda genehmigt, erlaubt sei. Wollen wir das erlauben? Sollten wir nicht Josef Schuster sagen: Schuster bleib bei deinem Leisten. Kümmere dich um deine Juden, um deren Wohlergehen und mische dich nicht ein in innerdeutschen Debatten, von denen Du nichts verstehst und zu denen Du nichts beitragen kannst. Reicht Dir der Posten des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden nicht? Willst Du bei der Weltpolitik mitmischen und deinen Senf ausdrücken? Warum sind die Vorsitzenden der moslemischen Gemeinden oder der Sintis klüger und zurückhaltender. Warum melden die sich nur, wenn es tatsächlich um ihre Angelegenheiten geht? Die documenta15 ist nicht die Angelegenheit des Zentralrats der Juden.

Es ist alles in allem eine Schande und man kann nur noch abwarten und staunen was noch mehr passiert und welche Politiker noch einknicken und der israelischen Propaganda zustimmen werden. Die Hirnis applaudieren jeder Rechtsverletzung, wenn sie die “Richtigen“ trifft. Dass aber morgen die Relativierung des Rechts wieder „die Falschen“ treffen könnte, können diese prämorbiden Persönlichkeiten nicht abschätzen: ihre Intelligenz erfasst das nicht (Debilität) oder nicht mehr (dementia praecox). 

Jetzt hat auch unser Bundespräsident Frank Walter Steinmeier seinen übelriechenden Senf zur documenta-Antisemitismus-Debatte abgegeben und es war nicht nur ein Skandal, wie es Elke Buhr im Kunstmagazin Monopol nannte. Es war für uns alle eine schändliche Rede, eine peinliche Blamage für Deutschland, eine Beleidigung der internationalen Kunst- und Künstler-Welt und ein Gesichtsverlust für den Präsidenten. Ich bin als Israeli erstaunt, als Jude beschämt und als Deutscher wütend, dass Steinmeier eine solche Rede auch in meinem Namen gehalten hat. Er hat damit Deutschland geschadet und seine Pflicht Schaden vom Staat fernzuhalten, verletzt. Noch Jahre und Jahrzehnte wird man uns daran erinnern und es wird schwierig sein sich dieser Last zu entledigen.

Ich würde mich nicht wundern und es auch nicht bedauern, wenn er damit das Ende der documenta eingeleitet hat. Wer wird in Zukunft noch Vertrauen und Mut haben eine documenta zu kuratieren, auch wenn man ihr oder ihm die Freiheit der Kunst zusichert, wenn der Weg zur Durchführung voller Mienen ist, wenn die Freiheit von Anfang an schon begrenzt ist. Wird denn der künftige Kurator oder die künftige Kuratorin jeden Künstler fragen müssen: „Bist du Jude? Sympathisierst Du mit BDS? Hast Du früher, als Du noch minderjährig warst, Israel kritisiert?“ Wer wird denn solche peinlichen Fragen stellen wollen. Ich übertreibe vielleicht, aber nur so kann man zeigen, wie absurd die Lage und wo die Debatte um den Antisemitismus gelandet ist. Sie wird von unverantwortlichen „entarteten“ Journalisten, Politiker, Funktionären und speziell dafür ausgebildeten Agenten und bezahlten Publizisten geführt.

Es erinnert mich zu sehr an die Nazi-Ausstellung „Entartete Kunst“ mit der sich Adolf Hitler anmaßte zu bestimmen, was Kunst ist. Er verurteilte Kunst, die ihm nicht gefiel und die er nicht verstand. Bei Steinmeier ist es nicht einmal das. Er urteilt über etwas, das er nicht gesehen hat, weil es nicht vorhanden ist. Sollte man ihn hinterfragen, dann wäre er nicht in der Lage auch nur eine Äußerung der Kuratoren dieser documenta anzuführen, die die Existenz des Staates Israel in Frage stellen, weil es solche Äußerungen nicht gab. Allein schon deshalb, weil der Staat Israel für indonesische Künstler nicht die Bedeutung hat, wie für Deutsche. Antisemitismus ist dort fast so unbekannt wie am Nordpol.

Wenn deutsche Politiker und Publizisten lautstark beklagen, dass Israel von der Ausstellung ausgeschlossen sei, wie übrigens unzählige andere Staaten, und das Antisemitismus sei, dann ist das nur ein weiterer Beleg für die Antisemitismus-Hysterie, die ich schon in meinem Buch DIE ANTISEMITENMACHER von 2016 beschrieben habe und die inzwischen in Deutschland noch stärker herrscht. Die indonesischen Künstler betrachten die Welt aus der Perspektive eines Schwellenlandes der Dritten Welt, wo andere Probleme die Menschen beschäftigen als der Antisemitismus. Die Indonesier haben lange unter dem niederländischen Kolonialismus gelitten und haben vielleicht deshalb mehr Empathie für unterdrückte Völker als für deren Unterdrücker. Vielleicht sollte Steinmeier das auch zur Kenntnis nehmen.

Elke Buhr gibt darauf eine klare Antwort: „Nirgendwo auf dieser Ausstellung wird das Existenzrecht Israels in Frage gestellt. Es werden auch keine Juden diffamiert und herabgewürdigt. Im Übrigen hatte auch im Vorfeld keiner der Beteiligten sich irgendwo antisemitisch geäußert, alle hatten Antisemitismus explizit verurteilt.“

Aber das ist wie mit dem Mann, dem man vorwirft, dass seine Schwester eine Hure sei. Es hilft ihm nicht, wenn er sagt, dass er keine Schwester hat. Diese nicht vorhandene Schwester ist nunmal eine Hure. Ähnlich handelt Steinmeier. Es werden keine Juden diffamiert und die Existenz des Staates Israel wird nicht in Frage gestellt, Israel ist diesmal ausnahmsweise kein Thema der Ausstellung. Aber das passt einigen Journalistinnen und Journalisten, der Springer-Presse, der Zeit und einem zweifelhaften Kasseler Blog von durchgeknallten hysterischen Jüdinnen und Juden nicht. Sie suchten nach Antisemitismus und fanden ihn da, wo es ihn nicht gab. Sie haben mit ihrem absurden Vorwurf andere aufgeblasen und schließlich auch den Bundespräsidenten und mit ihm gleich Felix Klein, den glücklosen und überflüssigen Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, der sich unverzüglich stramm hinter Steinmeier aufstellte und meinte, dass wenn kein einziger israelischer Künstler eingeladen wurde, dies auf einen Boykott israelischer Künstler deutet. Dabei sind Künstler aus mehr als 150 Staaten nicht eingeladen worden, die weit davon entfernt sind zu behaupten, dass man ihre Existenz in Frage stellt oder gar verneint. Steinmeier, Felix Klein, Josef Schuster und manch andere kleinkarierte Politiker und Zentralrat Vorsitzende können sich wohl nicht vorstellen, dass es Regionen und Länder in dieser doch kleinen Welt gibt, für die Juden, Israel und Antisemitismus kein Thema ist.

Die Stadt Kassel hat für die diesjährige documenta Kuratoren aus Indonesien eingeladen und ihnen vollkommene Unabhängigkeit zugesichert und wohl vergessen zu erwähnen, dass dies für Israel nicht gilt. Man hat ihnen nicht gesagt, wen sie einladen dürfen und wen nicht.

„Kritik an israelischer Politik ist erlaubt, doch wo Kritik an Israel umschlägt in die Infragestellung seiner Existenz, ist die Grenze überschritten“. In einem Satz spricht der naive, tölpelhafte, ahnungslose und arglose Präsident von Kritik an israelischer Politik und Kritik an Israel. Israel existiert und kann nicht delegitimiert werden. Israels Politik dagegen sehr wohl.

Steinmeyer sollte das deutsche Grundgesetz studieren. Darin ist die Meinungsfreiheit garantiert und die Rede ist nicht von der richtigen oder falschen Meinung. Jede Meinung ist frei. Mich erinnert das an einen früheren Bundespräsidenten, Johannes Rau, der gesagt hat: „Kritik an Israel ist erlaubt. Aber muss es denn öffentlich sein?“

Nirgendwo auf der documenta wird das Existenzrecht Israels in Frage gestellt. Trotzdem spricht Steinmeier davon und bekräftigt und bestätigt den Antisemitismus-Vorwurf, als ob es ihn tatsächlich gäbe. Es ist eine bösartige und unverantwortliche Beleidigung des indonesischen Kollektiv Ruanggrupa und aller weiteren Künstlerinnen und Künstler, die an der Entstehung diese Ausstellung mitgewirkt haben. Zum Glück für die documenta, für die Stadt Kassel und für Deutschland, haben all diese nicht Deutschen Künstler nicht verstanden worum es Steinmeier, Klein, und den anderen Hohlköpfen gegangen ist. Sonst hätte sie vielleicht ihre Kunstwerke eingepackt und sich verabschiedet. Ich hätte es jedenfalls so gemacht. Es mag sein, dass jüdische Künstlerinnen und Künstler mit Wohnsitz in Israel nicht prominent vertreten sind, aber die sechs Millionen Juden in Israel sind medial mehr als genug vertreten und wenn sie es nicht sind, wie auf der diesjährigen documenta, dann sorgen sie dafür, dass man sie und ihr Anliegen, in diesem Fall der israelische Rassismus, Apartheid und die Unterdrückung des palästinensischen Volkes laut genug hört.

Mit solchen Diskussionen schaffen es die üblichen Täter den Antisemitismus-Begriff auszuhöhlen und zu instrumentalisieren. Man freut sich als Zuschauer einen anderen Blick auf die Welt der Kunst zu sehen, aber, sagt die jüdische Philosophin Susan Neiman in der Süddeutschen Zeitung, „eigentlich will man diesen Blick doch nicht sehen.“ Es fehlt das, womit man sich in Deutschland schon seit Jahren auseinandersetzt, die hysterische Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus. Und ohne Antisemitismus geht der Deutsche nicht ins Bett.

Steinmeier will offen sein und behauptet, dass er „in der vergangenen Woche nicht sicher (war) ob ich heute hier sein werde.“ Dabei hat er in der vergangenen Woche bei seinem Staatsbesuch in Indonesien gesagt, dass er in seiner Rede am kommenden Samstag sich mit der Frage der Freiheit der Kunst insbesondere nach dem Streit mit den Antisemitismus-Vorwürfen beschäftigen wolle. Und tatsächlich hat er in seiner Rede, die sicherlich schon in der vergangenen Woche verfasst worden war, dem indonesischen Künstlerkollektiv vorgeworfen Organisationen eingeladen zu haben, die den kulturellen Boykott Israels unterstützen oder antisemitisch seien. Fakten und Beweise hat er nicht vorgetragen, da es sie nicht gibt.

Erst vor wenigen Tagen hat sich Frank Walter Steinmeier bei den Ukrainern wegen seiner pro-russischen Politik entschuldigt. Bei wem will er sich wegen seiner missglückten documenta-Rede entschuldigen? Bei den Deutschen? Bei den Juden? Bei den Palästinensern oder bei den Indonesiern? Eigentlich bei allen.

Dabei betonte er aber, dass Kunst nicht streitfrei zu haben sei. Er sagte: „Kunst darf anstößig sein, sie soll Debatten auslösen. Doch wo Kritik an Israel (bzw. seine Politik) umschlägt in die Infragestellung seiner Existenz, ist die Grenze überschritten.“

Wo, Herr Bundespräsident, ist Israels Existenz in Frage gestellt worden?

Steinmeier sagt noch, dass er im Vorfeld der Schau „manchen gedankenlosen, leichtfertigen Umgang mit dem Staat Israel“ beobachtet habe. „Die Anerkennung Israels sei in Deutschland aber Grundlage und Voraussetzung“ für alles. Israels Existenz sei für Deutschland Staatsräson und deshalb erwartet wohl Steinmeier, dass auch Künstler aus Indonesien und aus Palästina sich daranhalten. Wie naiv, dumm und selbstgerecht muss man denn sein, um eine solche Erwartung zu haben? Und Felix Klein gibt auch noch seinen stinkenden Senf dazu: „Ich teile die kritische Einstellung des Bundespräsidenten. Es kann nicht sein, dass Antisemitismus Teil des von der öffentlichen Hand geförderten künstlerischen Diskurses in Deutschland ist.“ Solche schwachsinnigen und dümmlichen Sätze gibt er seit Jahren von sich, ohne auch nur ein einziges Mal einen Nachweis zu bringen. Das nenne ich gedankenlos, leichtfertig und vor allem unverantwortlich.

Dass Antisemitismus nicht geduldet werden darf, ist inzwischen eine solche Binse, dass man sich fast schon schämen muss es zu sagen. Wenn aber die Antwort darauf die inzwischen unzähligen Antisemitismusbeuftragten sind, und wenn wieder von israelbezogenen Antisemitismus die Rede ist, wo es um berechtigte und sogar notwenige Kritik an der Politik des Staates Israel geht, um die Bekämpfung der in Israel herrschenden Apartheid und den Hass und die Verachtung der Palästinenser geht, dann läuft etwas schief im Lande der Deutschen. Und wenn einer internationale Kunstausstellung, die von indonesischen Künstlern kuratiert wird, wieder einmal Antisemitismus vorgeworfen wird, dann kann man nur noch verzweifeln und all diesen zionistischen Agitatoren zurufen, was Uwe Becker, der Antisemitismusbeauftragter des Landes Hessen, bei einer Solidarität Kundgebung für Palästina zugerufen hat: Haltet´s Maul. Und ausgerechnet dieser Rassist, Zionist und ein Feind der Demokratie traut sich noch indonesische Künstler, die gegen Apartheid, gegen Kolonialismus, Unterdrückung und Ausbeutung in ihrem Kunstwerk protestieren, vorzuwerfen, sie seien Antisemiten, weil sie in ihrem Mamutbild einen israelischen Soldaten abgebildet haben, in Zusammenhang mit anderen unsympathischen Figuren aus der Zeit der Unterdrückung Indonesiens. Die Indonesier haben lange unter dem niederländischen Kolonialismus gelitten, sie wissen also sehr genau, was Kolonialismus bedeutet. Es kann deshalb nicht verwundern, wenn sie ihre Sympathie nicht den Unterdrückern, sondern den unterdrückten Palästinensern zuwenden.

Bei den documenta Kuratoren aus Indonesien handelt es sich um „lupenreine Judenhasser“, sagt die Jüdische Allgemeine Zeitung, so wie einst Gerhard Schröder Putin bescheinigte ein „lupenreiner Demokrat“ zu sein. Dabei ist Putin alles andere als ein „lupenreiner Demokrat“. Er ist vielmehr ein lupenreiner Diktator, Mörder und Nationalist, so wie die indonesischen Kuratoren keine Judenhasser sind, sondern freie Künstler, denen die Freiheit zugesagt wurde, die Ausstellung nach ihrem Verständnis und ihrer Ideologie auszurichten. Aber die Leitung der documenta hat von Anfang an die Hosen voll gehabt vor Angst, die Indonesier würden die Kunstwelt nicht so sehen, wie sie selbst. Halbherzig und ängstlich haben sie die Kuratoren in Schutz genommen vor diskriminierenden Beschuldigungen sie seien Antisemiten, als ob es in dieser Zeit keine anderen Probleme gäbe, als ob wir keine Corona-Pandemie hätten, als ob kein mörderischer Krieg in der Ukraine tobt, als ob in vielen Teilen der Welt keine Hungersnot herrscht, als ob wir keine Sorgen um unsere eigene Energiezufuhr hätten, als ob nicht Deutschland, Europa und die Welt von einem skrupellosen Diktator bedroht und erpresst wird.

Antisemitismus, Antisemitismus, Antisemitismus – das hören wir seit Jahren und immer wieder aus der gleichen Ecke, von dubiosen pro Israel Vereinen, aus der israelischen Botschaft und vom Zentralrat der Juden, der sich eigentlich um seine Juden gefälligst kümmern sollte und Schuster bei seinem Leisten bleiben sollte und sich nicht um Kunst kümmern, von der er keine Ahnung hat.

Damit solche dummen Skandale nie wieder passieren, schlage ich vor, dass die nächste documenta von Josef Schuster, Felix Klein, Henryk Broder, Michael Wolffsohn und Charlotte Knobloch kuratiert wird. Dann kann man davon ausgehen, dass mindestens 100 jüdisch-israelische Künstler eingeladen werden und Wände mit der Inschrift „Tod den Arabern“ beschmiert werden, als Beispiel für zeitgenössische israelische Kunst. 

Aber mit Kunst wird eine solche documenta nichts mehr zu tun haben. Es wird eine Propagandaschau der israelischen Hasbara sein und die armen und naiven Deutschen werden es über sich ergehen lassen müssen. Denn wer ein Antisemit ist bestimmt der Zentralrat der Juden und wenn früher Juden bestimmt haben was Antisemitismus ist, so sind es heute philosemitische nicht jüdische Zionisten wie Felix Klein oder Uwe Becker. Bei der nächsten documenta werden wir vielleicht ein Riesenwandbild mit Soldaten, die ein Hakenkreuz tragen und es wird wieder derselbe Skandal sein, denn was Soldaten mit Hakenkreuz für Juden, Ukrainer, Polen, Russen aber auch Franzosen, Holländer, Dänen und Norweger bedeuten, das bedeuten israelischen Soldaten mit einem Davidstern für Palästinenser. Beide Zeichen stehen für verschiedene Völker als Symbole für Gewalt, Okkupation, Unterdrückung, Demütigung, Ausbeutung, Landraub und physische Vernichtung.

Kassels Oberbürgermeister Geselle ist wütend und enttäuscht und fühlt sich beschämt, weil seiner Meinung nach die Installation einen eindeutig antisemitischen Zusammenhang weise. Jeder Bürgermeister und Oberbürgermeister in Deutschland ist mit Hilfe der israelischen Hasbara zum Antisemitismussachverständigen mutiert und jeder kann Antisemitismus von Kunst unterscheiden und Antisemitismus selbst dort entdecken, wo es nicht vorhanden ist. Das erleben wir in Deutschland von München bis Düsseldorf, von Kassel bis Berlin und alle berufen sich auf die BDS-Entscheidung des Bundestages, und man ist machtlos dagegen, obwohl das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig unlängst geurteilt hat, dass BDS keineswegs antisemitisch sei und man deshalb auch BDS-Veranstaltungen nicht verbieten kann bzw. solchen Veranstaltungen Räume verweigern darf.

Es nützt aber alles nichts und es geht uns, die wir nicht voreingenommen sein wollen, so wie dem Mann, dessen nichtexistierende Schwester eine Hure ist.  Die indonesische Künstlergruppe Taring Padi kann so oft und so eindringlich behaupten, dass ihre Figurendarstellung nichts mit Antisemitismus zu tun hat, man glaubt ihr nicht, man nimmt sie nicht ernst, man beleidigt sie und erhebt sich über sie mit der gewohnten europäischen Arroganz und Überheblichkeit gegenüber Menschen aus der Dritten Welt. Dabei ist die Banner-Installation People´s Justic Teil einer Kampagne gegen Militarismus und Gewalt, und bedeutet so wie sie heißt: Gerechtigkeit für das Volk, und gemeint ist jedes Volk.

Die Darstellung von Militärfiguren auf dem Banner ist Ausdruck einer 32-jährigen Militärdiktatur Suhartos in Indonesien, aber es gibt diese Militärdiktatur auch in Palästina, ob es dem Zentralrat der Juden und dem israelischen Botschafter passt oder nicht. Heute bzw. gestern hat man die Schande der Israelis zugedeckt, aber nicht beseitigt. Sie ist nicht zu verheimlichen und totzuschweigen, auch wenn Israels Propaganda es seit Jahren versuchen. Alle auf dem Banner abgebildeten Figuren nehmen Bezug auf eine Realität, die nun einmal existiert und die man nicht totschweigen kann. Generäle und Soldaten werden als Schweine, Hunde und Ratten symbolisiert und es wäre gut und klug gewesen, wenn wir Europäer diese Sichtweise der Indonesier zur Kenntnis genommen und uns weniger aufgeregt hätten. Nicht nur in Indonesien werden Kapitalismus, militärische Gewalt, Ausbeutung, Unterdrückung und Entwürdigung von Menschen mit solchen Symbolen gezeichnet. Auch in der europäischen Kunst nach dem ersten Weltkrieg gab es manche Künstler, die sich ähnlich ausgedrückt haben. Das Banner wurde erstmals 2002 in Australien gezeigt und seitdem an vielen verschiedenen Orten in Asien, Südamerika und China. Nirgends gab es eine solche deplatzierte Aufregung wie in Deutschland. Es reichte der deutschen linken und rechten Presse nicht, dass Taring Padi versichert haben, dass ihre Arbeit „keine Inhalte enthält, die darauf abzielen, irgendwelche Bevölkerungsgruppen auf negative Weise darzustellen.“ Sie wurden schon lange vorher, bevor man das Bild überhaupt gesehen hat, als Antisemiten abgestempelt und diskreditiert. Die erste Präsentation des Banners in einem europäischen Land misslang und wurde zu einem Skandal und zum Symbol der documenta15.  Das Werk wird nun zu einem Denkmal der Trauer und der Schande und der Unmöglichkeit eines Dialogs. Und selbstverständlich sind alle Vorwürfe gegen die Geschäftsführung der documenta banal und überflüssig, denn die Geschäftsleitung lässt in der Tat nicht, wie sie auch sagt, die tausenden von Exponaten vorab zur Prüfung vorlegen. Eine zukünftige Leitung, womöglich vom Zentralrat und dem Antisemitismusbeauftragten mag das anders machen, aber dann wird es schon nicht mehr die documenta sein.

Wer will denn den Indonesiern verbieten ihre Unterdrücker in ihrer Kunst zu verarbeiten und wer soll und will ihnen verbieten sich mit anderen unterdrückten Völkern zu solidarisieren. Keiner außer deutsche Politiker, Publizisten und andere naive und verlogene Gutmenschen, die die Juden schützen wollen und in Wirklichkeit Juden noch mehr gefährden. Wann wird die deutsche Öffentlichkeit nicht mehr schweigen, wenn Herr Josef Schuster bestimmen wird, was sie sehen darf, was sie lesen darf, was sie sagen darf und dass sie zu den Verbrechen der israelischen Armee und Gesellschaft schweigen soll. Dann kommt das alles auf uns zurück wie ein Bumerang und macht keinen Unterschied zwischen Gegner und Befürworter der israelischen Okkupation.

Der Skandal ist nicht die documenta, sondern der widerliche Skandal um die documenta. Man verspricht die Freiheit der Kunst und übt Kritik bei der kleinsten Differenz. Man lässt keinen Raum für Diskussionen und Streit. Man verdeckt das Kunstwerk und weil das nicht reicht, baut man es ab.

Für uns hier ist schon der Furz vor einer Synagoge Antisemitismus und wir zwingen Menschen aus Indonesien unsere falsche Empfindlichkeit auf. Für sie ist ein israelischer Soldat ein Unterdrücker wie englische, amerikanische und französische Soldaten auch. Selbstverständlich herrscht in Israel ein Apartheidsystem und dass Israel ein anderes Volk unterdrückt und knechtet, hat doch erst neulich Amnesty International bestätigt, nachdem es mehrere israelische und jüdische Organisationen auch festgestellt haben. In Indonesien und anderen Gegenden des Südens sieht man es wie es ist. Nur in Deutschland betrachtet man die israelische Apartheid durch eine rosarote Brille, weil man Angst hat als Antisemit diskreditiert zu werden, wenn man Mord und Demütigung als das nennt was es ist: Mord und Demütigung.

Ich frage mich wie lange die Deutschen das noch dulden werden und wann es wie ein Bumerang auf Zentralrat und allen philosemitischen Gutmenschen zurückfällt. Es ist eine heuchlerische und unmoralische Aufregung und der Zentralrat der Juden und die israelische Botschaft wollen in Deutschland die Blockwächter sein und die Deutschen erziehen. Dass sie damit nur mehr Antisemitismus schaffen, habe ich schon in meinem Buch DIE ANTISEMITENMACHER bewiesen. Aber gegen Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Der documenta ist ein ungeheurer nicht wiedergutzumachender Schaden zugefügt worden. Es wird vielleicht die letzte sein, denn einem solchen Stress, einer solchen Zensur und einer solchen Unaufrichtigkeit, Heuchelei und Zensur wird sich in Zukunft kein Künstler gefallen lassen und keiner wird auch Kurator sein wollen für eine Geschäftsleitung, die schon, wenn das Wort Antisemitismus geflüstert wird, einknickt und vor der Israel-Lobby, dem Zentralrat der Juden und den diversen Antisemitismusbeauftragten und ihre Ableger bei der Presse tiefe Kotaus macht. Und das wird so lange so sein, wie Israels Sicherheit deutscher Staatsräson bleibt und die Sicherheit der Palästinenser nur ein Lippenbekenntnis. Auf dem inkriminierten Banner behandelt das Kollektiv Taring Padi eine der blutigsten und blutrünstigsten Epochen der indonesischen Geschichte. Indonesien wurde damals von den USA, aber auch von Deutschland und Israel unterstützt, nicht zuletzt auch mit Waffen, mit denen die Indonesier unterdrückt und von ihrer eigenen Regierung bekämpft wurden. Nichts an diesem Banner hat mit Antisemitismus zu tun und solche Assoziationen können nur in den Köpfen deutscher Intellektueller und Politiker, aber auch Funktionären und kleinkarierter Bürgermeister entstehen. Die Kunstkollektive des Globalen Südens haben uns die Gelegenheit gegeben Kunst jenseits der teuren Galerien zu sehen und zu verstehen. Wir haben es aber vermasselt. Eine zweite Chance wird es womöglich nicht geben.

 

 

WO RECHT ZU UNRECHT WIRD
WO UNRECHT VERTEIDIGT UND GEDECKT WIRD


 

 

Zum Antisemitismus-Streit auf der documenta.

Katja Maurer - 23. 6. 2022

Die documenta fifteen wollte sich den Kunstkollektiven des Globalen Südens überlassen. Als Kuratoren ausgewählt wurde das indonesische Künstlerkollektiv ruangrupa, das andere Künstlerkollektive beauftragte, weitere zu suchen und so den Prozess der Werkauswahl zu demokratisieren. So wenig Hierarchie wie möglich war die Devise. Mit einer ganz eigenen Begriffswelt sollten Räume für ästhetisches Erleben, Aneignen und Selbermachen geschaffen werden, die die bürgerlichen documenta-Besucher:innen mit einer anderen Option des Lebens und Zusammenlebens in Berührung oder Konfrontation bringen könnten. Eine Welt voller Katastrophen, die den Süden zu einem unbewohnbaren Ort zu machen droht, sollte sich mit künstlerischen Praktiken, die nicht auf den Kunstmarkt zielen, neu imaginieren.

Und nun das: Der Antisemitismus-Vorwurf hat die documenta-Macher:innen seit vielen Wochen begleitet. Er wurde u.a. wegen der Teilnahme des palästinensischen Künstlerkollektivs „Question of Funding“ erhoben und führte zu tätlichen Angriffen von Rechtsextremen und anderen auf die Arbeiten der Gruppe. Was bei ihnen nicht entdeckt wurde, hat sich nun auf dem Ausschnitt eines Bildes der indonesischen Gruppe Taring Padi tatsächlich gezeigt: Eindeutige antisemitische Klischees. Damit schien der vermeintlich letztgültige Beweis gefunden, dass der Antisemitismus-Vorwurf von Beginn an zurecht erhoben und die Warnungen vor einer antisemitischen documenta in den Wind geschlagen wurden.

Ein beeindruckender medialer Angriff
- Was sich im Zuge der Verhüllung und anschließenden Beseitigung des Bildes ereignet, ist ein beeindruckender medialer Angriff auf die Bemühungen in der öffentlichen Debatte in Deutschland, die Erinnerungskultur um das Reflektieren kolonialer Verbrechen zu erweitern, ohne die seit Jahrzehnten mühsam und gegen den Widerstand der Eliten aufgebaute Verantwortung für die NS-Verbrechen zu relativieren.   mehr >>>

 

 

 

Vorsitzender des documenta-Forums tritt zurück

Jörg Sperling hatte die Entfernung des antisemitischen Kunstwerks kritisiert, das documenta-Forum distanzierte sich daraufhin von ihm. Nun tritt Sperling zurück.

Aktualisiert am 23. Juni 2022,- Quelle

 



Quelle der Spiegel

"Die Freiheit ist ein wundersames Tier
Und manche Menschen haben Angst vor ihr
Doch hinter Gitterstäben geht sie ein
Denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein"
Georg Danzer

 

 


 

Volker Beck und Josef Schuster fordern Rücktritt der Documenta-Chefin

Sabine Schormann soll ihren Posten als Documenta-Generaldirektorin räumen: Das legen ihr nun die Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und des Zentralrats der Juden nahe.

23.06.2022

Nach der Absage von Bundeskanzler Olaf Scholz wächst auch von anderen Seiten der Druck auf die Chefin der Weltkunstschau Documenta. Im Antisemitismus-Eklat werden Forderungen nach personellen Konsequenzen laut. Entsprechend äußerte sich etwa die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG). »Die Generaldirektorin der Documenta, Sabine Schormann, muss unverzüglich zurücktreten oder vom Aufsichtsrat abberufen werden«, sagte der DIG-Präsident und ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. Zuvor hatte sich auch der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, für personelle Konsequenzen ausgesprochen.

Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung, hat von   mehr >>>

 

 

Von der Verantwortung der Kunst. Steinmeier auf der Documenta Fifteen.

Norman Paech Hamburg, 20. VI. 2022

Bundespräsident Steinmeier begann seine Rede zur Eröffnung der Documenta Fifteen in Kassel mit dem Bekenntnis: „Ich war mir in den vergangenen Wochen nicht sicher, ob ich heute hier sein würde". Ein Besuch der Documenta lohnt sich immer, insbesondere dieser 15. Aber er hätte schweigen und einen Rundgang machen sollen. Dann hätte er sein Manuskript, welches ihm irgendwer im Präsidialamt zusammengeschrieben hat, in der Tasche lassen müssen, um sich nicht derart zu blamieren, wie er es jetzt getan hat. Denn keines seiner Vorurteile, die eine dubiose Antifagruppe in Kassel in die Welt gesetzt hat, fände er bestätigt. Nirgends in der Ausstellung wird die Staatlichkeit Israels angegriffen oder die Existenz in Frage gestellt. Selbst die Künstlergruppe „The Question of Funding“ aus Ramallah, an der sich die allgemeinen Vorurteile festmachen, kritisiert zwar die Besatzung und die Gewalt in den besetzten Gebieten, hat die Staatlichkeit Israels aber nicht in Frage gestellt.

Doch wo leben Sie, Herr Bundespräsident?

Sie sagen: „Die Anerkennung Israels ist bei uns Grundlage und Voraussetzung der Debatte.“ Das mag so sein. Aber auch Sie wissen, dass niemand in der Welt, kein Staat, kein Mensch, verpflichtet ist, Israel anzuerkennen. Schon gar nicht einen ausschließlich jüdischen Staat, weswegen Indonesien z. B. Israel nicht anerkannt hat. Wollen Sie alle Künstlergruppen, zu Gast in Deutschland, in unser Erinnerungsdogma zwängen und ihre Kunst dem Holocaust-Test unterziehen? Die US-amerikanische Philosophin Susan Neiman vom Einsteinforum meint, es sei in unseren Versöhnungsbemühungen etwas durcheinander gegangen: "Was sich in den letzten zwei Jahren gezeigt hat, ist eine schiefgelaufene Sühne." Und ihr Kollege Peter Beinart in den USA erklärt dazu: „Sie ist aus dem Ruder gelaufen, weil es der israelischen Regierung in Zusammenarbeit mit der deutschen Rechten erlaubt wurde, zu definieren, wie die Deutschen für ihre völkermörderische, antisemitische Vergangenheit büßen sollen“.

Sie betonen: „Die Freiheit der Meinung und die Freiheit der Kunst sind Wesenskern unserer Verfassung.“ Aber: „Ein Boykott Israels kommt einer Existenzverweigerung gleich“, und damit „ist die Grenze überschritten“. Machen Sie Sich auf den Weg nach Gaza, dort werden Sie sehen, wer wen boykottiert und mit welchen Folgen. Hat Ihnen niemand erzählt, dass die weltweit unterstützte BDS-Bewegung der Palästinenser nur ein Ziel hat, die israelische Politik zur Einhaltung des Völkerrechts zu zwingen? Eine Aufgabe, um die sich die deutsche Bundesregierung Jahrzehnte lang herumgedrückt hat. Sie verkündigen auf ihrem letzten Besuch in Israel: „Die Position der deutschen Regierung ist, dass der Internationale Strafgerichtshof keine Zuständigkeit in diesem Fall hat, weil es keinen palästinensischen Staat gibt.“ Es geht um mögliche Kriegsverbrechen in dem Überfall auf Gaza im Jahr 2014 und der Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten. Die deutsche Regierung hat das Römische Statut von 1998 unterzeichnet, welches sie verpflichtet, den Gerichtshof zu unterstützen. Sie aber helfen dem möglichen Kriegsverbrecher, sich der strafrechtlichen Verantwortung zu entziehen.

Ihnen fällt auf, dass „auf dieser bedeutenden Ausstellung zeitgenössischer Kunst wohl keine jüdischen Künstlerinnen und Künstler aus Israel vertreten sind“. Gleichzeitig räumen Sie ein: „Es gehört zum Prinzip dieser Weltkunstschau, dass jede Ausstellung unabhängig kuratiert wird.“ „Aber“, nehmen Sie das sogleich zurück: „Die Verantwortung bleibt ja. Verantwortung lässt sich nicht outsourcen.“ Welche Verantwortung und wessen Verantwortung? Warum lädt man eine Künstlergruppe aus Indonesien zur Kuratierung einer Welt- keiner deutschen Ausstellung ein, um sie unseren muffigen Erinnerungsquerelen zu unterwerfen? Die Verantwortung von ruangrupa ist die Versammlung und Präsentierung eines weiten aber nie vollständigen Spektrums internationaler Künstlerinnen, Künstler und Kunstprojekte. Wenn dabei einige Länder nicht berücksichtigt werden, liegt das in ihrer freien Verantwortung und nicht der vermeintlichen politischen Verantwortung der Bundesregierung. Man renommiert mit der „bedeutendsten Weltkunstausstellung“, ist an ihren Entwürfen und Perspektiven aber offensichtlich nicht interessiert.

Sie fordern, dass wir „stärker hinschauen, auch hinhören“: „Die lange Kolonialgeschichte mit Gewaltherrschaft und Ausbeutung und die zahllosen blinden Flecken ihrer Aufarbeitung. Die Erfahrung von Unterdrückung und Entrechtung. Der Umgang mit geraubtem Kulturgut.“ Gehen Sie in den Pavillon der Künstlergruppe „The Question of Funding“ und Sie werden dort gerade darüber in der bis heute andauernden Kolonial- und Gewaltgeschichte Palästinas mehr erfahren als von Ihren Gesprächspartnern im Zentralrat der Juden oder den jagdhungrigen Antisemitismusbeauftragten. Hat in Ihrem Amt niemand die zahlreichen Berichte der Menschenrechtsbeauftragten der UNO, von Human Rights Watch und jüngst Amnesty International über den Apartheidstaat Israel gelesen? Es gibt genügend Menschenrechtsskandale in der Welt. Aber dieser ist der längste und einer der gröbsten.

Sie hätten sich gewünscht, „dass vor der Eröffnung dieser documenta über all das diskutiert worden wäre.“ Das Angebot von ruangrupa zu einem öffentlichen Forum zur Diskussion über die Vorwürfe ist abgelehnt worden. Man wollte den Kuratoren die Zusammensetzung des Forums nicht selbst überlassen. Sind Ihnen die jahrelangen heftigen Auseinandersetzungen über die israelische Besatzungspolitik entgangen? Der Streit um Diskussionsräume bis vor das Bundesverwaltungsgericht, welches Anfang dieses Jahres die BDS-Bewegung von den Vorwürfen freisprach, die Sie jetzt wieder hervorholen? Erst das Bundesgericht hat der Diskussion den notwendigen Freiraum geschaffen. Der unqualifizierte Beschluss des Bundestages, der die BDS-Bewegung als antisemitisch bezeichnet? Selbst wenn es so wäre, könnte damit kein Verbot, keine Ablehnung eines Diskussionsraums begründet werden. Ihr Vorwurf „Boykottieren statt diskutieren“ trifft nicht die BDS-Bewegung. Da ist Ihnen etwas durcheinander gekommen. Er trifft die Stadträte, die ihre Kommunen verpflichtet haben, Diskussionen über den Palästinakonflikt keine Räume zu gewähren – bis das Bundesverwaltungsgericht die Beschlüsse für rechtswidrig erklärte.

Sie wollen schließlich, Herr Bundespräsident „diesen Ort, die documenta stärken. Wir brauchen sie“. Richtig, aber nicht so. Die palästinensische Künstlergruppe heißt nicht ohne Hintersinn „The Question of Funding“. Wie wäre es, wenn Sie Ihre Stärkung mit einer kräftigen Spende an die Künstlergruppe aus Ramallah unterstreichen? Eine angemessene Wiedergutmachung.
Norman Paech Hamburg, 20. VI. 2022

Die scheinheiligen

 

 

Angriffsziel Nummer 1

 "People’s Justice" der indonesischen Künstlergruppe Taring Padi
 



Zum Vergrößern das Bild anklicken.
 

Jetzt doch: Antisemitismus auf der documenta fifteen

Auf dem Friedrichsplatz - ist am Wochenende das Banner "People’s Justice" der indonesischen Künstlergruppe Taring Padi aufgestellt worden. Darauf sind schweinsköpfige Mossad-Mitglieder karikiert und ein Schläfenlockenjude mit Zigarre und SS-Hut.
Quelle und mehr - BR24 Kultur -

 

 

20.6.2022 - PRESSE­INFORMATION ZUR VERDECKUNG EINER ARBEIT VON TARING PADI AUF DER DOCUMENTA FIFTEEN

Aufgrund einer Figurendarstellung in der Arbeit People’s Justice (2002) des Kollektivs Taring Padi, die antisemitische Lesarten bietet, hat sich das Kollektiv gemeinsam mit der Geschäftsführung und der Künstlerischen Leitung entschieden, die betreffende Arbeit am Friedrichsplatz zu verdecken und eine Erklärung dazu zu installieren.

Taring Padi äußert sich dazu wie folgt:

„Die Banner-Installation People’s Justice (2002) ist Teil einer Kampagne gegen Militarismus und die Gewalt, die wir während der 32-jährigen Militärdiktatur Suhartos in Indonesien erlebt haben und deren Erbe, das sich bis heute auswirkt. Die Darstellung von Militärfiguren auf dem Banner ist Ausdruck dieser Erfahrungen. Alle auf dem Banner abgebildeten Figuren nehmen Bezug auf eine im politischen Kontext Indonesiens verbreitete Symbolik, z.B. für die korrupte Verwaltung, die militärischen Generäle und ihre Soldaten, die als Schwein, Hund und Ratte symbolisiert werden, um ein ausbeuterisches kapitalistisches System und militärische Gewalt zu kritisieren. Das Banner wurde erstmals 2002 auf dem South Australia Art Festival in Adelaide ausgestellt. Seitdem wurde das Banner an vielen verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Kontexten gezeigt, insbesondere bei gesellschaftspolitischen Veranstaltungen, darunter: Jakarta Street Art Festival (2004), die retrospektive Ausstellung von Taring Padi in Yogyakarta (2018) und die Polyphonic Southeast Asia Art Ausstellung in Nanjing, China (2019).

Taring Padi ist ein progressives Kollektiv, das sich für die Unterstützung und den Respekt von Vielfalt einsetzt. Unsere Arbeiten enthalten keine Inhalte, die darauf abzielen, irgendwelche Bevölkerungsgruppen auf negative Weise darzustellen. Die Figuren, Zeichen, Karikaturen und andere visuellen Vokabeln in den Werken sind kulturspezifisch auf unsere eigenen Erfahrungen bezogen.

Die Ausstellung von People’s Justice auf dem Friedrichsplatz ist die erste Präsentation des Banners in einem europäischen und deutschen Kontext. Sie steht in keiner Weise mit Antisemitismus in Verbindung. Wir sind traurig darüber, dass Details dieses Banners anders verstanden werden als ihr ursprünglicher Zweck. Wir entschuldigen uns für die in diesem Zusammenhang entstandenen Verletzungen. Als Zeichen des Respekts und mit großem Bedauern decken wir die entsprechende Arbeit ab, die in diesem speziellen Kontext in Deutschland als beleidigend empfunden wird. Das Werk wird nun zu einem Denkmal der Trauer über die Unmöglichkeit des Dialogs in diesem Moment. Wir hoffen, dass dieses Denkmal nun der Ausgangspunkt für einen neuen Dialog sein kann.“

Sabine Schormann, Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH dazu: „Die Geschäftsführung der documenta ist keine Instanz, die sich die künstlerischen Exponate vorab zur Prüfung vorlegen lassen kann und darf das auch nicht sein. Das Banner wurde am vergangenen Freitagnachmittag am Friedrichsplatz installiert, nachdem notwendige restauratorische Maßnahmen aufgrund von Lagerschäden an der 20 Jahre alten Arbeit durchgeführt wurden. Ich möchte noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass das Werk nicht für Kassel, nicht für die documenta fifteen konzipiert wurde, sondern im Kontext der politischen Protestbewegung Indonesiens entstanden ist und dort wie an anderen außereuropäischen Orten gezeigt wurde. Dies ist das erste Mal, dass die Arbeit in Deutschland und in Europa gezeigt wird. Alle Beteiligten bedauern, dass auf diese Weise Gefühle verletzt wurden. Gemeinsam haben wir beschlossen, das Banner zu verdecken. Ergänzend holen wir weitere externe Expertise ein.“ Quelle

 

 


Documenta: Verdecken und erklären

BR24 Kultur -

- Aus der Reihe der Verleumder -
Quelle und mehr

Aufgrund einer Figurendarstellung des Kollektivs, die antisemitische Lesarten ermöglicht, habe sich das Kollektiv gemeinsam mit der Geschäftsführung und der Künstlerischen Leitung "entschieden, die betreffende Arbeit zu verdecken und eine Erklärung dazu zu installieren", teilte die documenta am Montagabend mit. "Unsere Arbeiten enthalten keine Inhalte, die darauf abzielen, irgendwelche Bevölkerungsgruppen auf negative Weise darzustellen", erklären Tarin Padi auf der Webseite der documenta.


 

Documenta muss umstrittenes Werk der Künstlergruppe Taring Padi entfernen
Das umstrittene Großplakat des indonesischen Kollektivs Taring Padi wird von der Documenta entfernt. Kulturstaatsministerin Claudia Roth begrüßt den Schritt und mahnt »die klaren Grenzen für die Kunstfreiheit« an.

21.06.2022

»Es ist überfällig, dass dieses Wandbild, das eindeutig antisemitische Bildelemente aufweist, jetzt von der Documenta entfernt wird«, erklärt Kulturstaatsministerin Claudia Roth in einem Statement. Die bloße Verhüllung und die Erklärung des Künstlerkollektivs Taring Padi dazu seien absolut inakzeptabel gewesen, so Roth. »Antisemitismus darf auf dieser Kunstausstellung, wie insgesamt in unserer Gesellschaft, keinen Platz haben. Das gilt auch für Rassismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit. Das sind die klaren Grenzen für die Kunstfreiheit.«

Fragwürdige Frau Roth, keine Form von Rassismus und Menschfeindlichkeit hat Platz in unserer Gesellschaft. Aber warum regen sie sich so scheinheilig über Bilder auf und nicht über die Vergehen? Gäbe es nicht sehr viel Gründe sich über die Verbrechen des Zionismus aufzuregen, aufzuhören deren Einflüsterungen aufzunehmen und sich konditionieren zu lassen?

Ich mag es eigentlich nicht, wenn man Menschenrechtsvergehen vergleicht, noch weniger, wenn man sie gleichstellt. Nur, wer vor den Verbrechen der Zionisten nicht die Augen verschließt, der denkt auch daran, welchen Platz werden diese Verbrechen in der Geschichte finden, mit welchen anderen wird man sie vergleichen?

Besonders für uns deutsche sind die Verbrechen der Nazis der Höhepunkt an Unmenschlichkeit. Das Vergehen, das Ein Jude mit SS Runen bedacht wurde, das kann man benennen, kann man kritisieren. Nur ist man unglaubwürdig wenn man gleichzeitig ohne Konsequenzen, ohne Handeln die Verbrechen der Zionisten wahrnimmt. Das ist kein moralisches denken, dass ist der entlarvende Beleg für eine Doppelmoral (keiner Moral, ein Beleg für Scheinheiligkeit)  E. Arendt


Auf dem entsprechenden Werk, einem 20 Jahre alten Großplakat, sind unter vielen anderen emblemhaften Darstellungen auch antisemitische Motive zu sehen, auf dem schwarzen Hut eines Mannes, der offenbar eine Schläfenlocke trägt, etwa SS-Runen, ein Mann mit Schweinsnase wird als Angehöriger des Mossad ausgewiesen. Bereits am Montag war es verdeckt worden. Nach Kritik hatte die Documenta-Leitung das Werk erst verhüllen lassen, nun wird es komplett aus der Ausstellung entfernt.

Dies solle noch am Dienstag geschehen, sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). »Ich bin wütend, ich bin enttäuscht. Denn die Stadt Kassel und ich als Oberbürgermeister, wir fühlen uns beschämt«, sagte Geselle. »Es ist etwas passiert, was nicht hätte passieren dürfen.« Die Installation weise einen eindeutigen   mehr >>>

 

"Die Banner-Installation People’s Justice (2002) ist Teil einer Kampagne gegen Militarismus und die Gewalt, die wir während der 32-jährigen Militärdiktatur Suhartos in Indonesien erlebt haben und deren Erbe, das sich bis heute auswirkt. Die Darstellung von Militärfiguren auf dem Banner ist Ausdruck dieser Erfahrungen. Alle auf dem Banner abgebildeten Figuren nehmen Bezug auf eine im politischen Kontext Indonesiens verbreitete Symbolik, z.B. für die korrupte Verwaltung, die militärischen Generäle und ihre Soldaten, die als Schwein, Hund und Ratte symbolisiert werden, um ein ausbeuterisches kapitalistisches System und militärische Gewalt zu kritisieren." Taring Padi

 

 

 



STERN.de - Katharina Brenner-Meyer - 21.06.2022   Quelle

 

 

Angriffsziel Nummer 2

Guernica Gaza von Mohammed Al Hawajri
 

Mohammed Al Hawajri  kombiniert in seiner Serie „Guernica Gaza“ Bilder von Angriffen der israelischen Armee auf das Palästinensergebiet mit klassischen Motiven von Millet, Delacroix, Chagall oder van Gogh. Der Serientitel stellt eine Verbindung her zum Gemälde „Guernica“ von Pablo Picasso - es entstand 1937 als Reaktion auf die Zerstörung der spanischen Stadt durch einen Luftangriff der „Legion Condor“ Nazi-Deutschlands.

 

GAZA = GUERNICA

Rivera Sun - 10. August - 2014 - Übersetzt mit DeepL

1949 hielt Picasso die Schrecken des Krieges in seinem Gemälde Guernica fest, das eine durch Bombenangriffe während des Spanischen Bürgerkriegs zerstörte Stadt zeigt. Angesichts ähnlicher Zerstörungen in Palästina hat unsere Love-In-Action-Network-Gruppe in Taos, New Mexico, eine sieben mal fünfzehn Fuß große Adaption von Guernica gemalt und dabei Bilder der humanitären Krise in Gaza eingefügt.

"Blut klebt an unseren Händen. Scham steht auf unseren Gesichtern. Wir tragen Schwarz als Zeichen der Trauer. In unseren Herzen ist der Mut, unsere Stimme gegen Kriegsverbrechen zu erheben, die durch unsere US-Steuergelder finanziert werden." - Rivera Sun

Am Samstag, den 9. August, versammelten sich in Solidarität mit den weltweiten Protesten zur Unterstützung des Gazastreifens etwa vierzig Mitglieder der Gemeinschaft in der Innenstadt. Wir gingen in einer langsamen, stillen Prozession durch unseren zentralen Platz und den belebten Farmers Market, hielten unsere blutverschmierten Hände in die Höhe und läuteten eine trauernde Glocke. An jeder Ecke des Platzes blieben wir stehen, hoben langsam unsere roten Hände in die Höhe und blieben einen Moment lang stehen, während die Glocke ihr unangenehmes, rhythmisches Klirren von sich gab. Dann gingen wir in einer Reihe weiter.

 


Kinder marschierten mit uns, und Ältere. Muslime, Juden, Christen, Buddhisten, Hindus und andere Glaubensrichtungen waren alle bei dieser Aktion vertreten. Wir sind menschliche Wesen. Wir lehnen die Verwendung unserer US-Steuergelder für Kriegsverbrechen ab. Wir verurteilen diese Handlungen der Israelis und die lange Geschichte solcher Aktionen durch unser eigenes Militär.

Kunst ist mächtig. Die "theatralischen" Elemente der Prozession, die schwarze Kleidung, die roten Hände und das mächtige, riesige Gemälde riefen starke Reaktionen in der Öffentlichkeit hervor.

 



Während der Demonstration stießen wir sowohl auf Unterstützung als auch auf Feindseligkeit. Rufe wie "Ihr seid falsch! Falsch! Falsch!" und "Lang lebe Israel" kamen von Umstehenden. Eine Frau griff uns verbal heftig an und weigerte sich, jemandem zuzuhören oder sich auf ein ruhiges Gespräch einzulassen.

Ich bin sehr dankbar für die mutige, gewaltfreie Disziplin dieser Demonstranten. Sie haben sich als edle Menschen behauptet und sich geweigert, mit unseren Zwischenrufern zu streiten, und sich Würde und Nachsicht bewahrt. Am Ende des Zuges haben wir mit einigen von ihnen gesprochen. Wir hörten mit Mitgefühl zu, antworteten aber mit der Wahrheit. Die Demonstranten zeigten heute Mut, Menschlichkeit und gewaltfreie Disziplin. Ich fühlte mich an Elizabeth Eckford erinnert, die die Rassentrennung in den Schulen aufhob. Das disziplinierte Schweigen der Demonstranten sprach lauter als Worte und ermöglichte es Gandhis Satyagraha "Wahrheits-Kraft", die Hässlichkeit des Hasses, der in der Brust unserer Mitbürger brodelt, zu enthüllen. Sie enthüllte auch ihre Unsicherheit, ihre Vorurteile und ihre Unwissenheit, während unsere Disziplin und unser Schweigen unsere Entschlossenheit zeigten, für diejenigen einzutreten, deren Stimme an den Rand gedrängt wird und die darunter leiden.

 


Love-In-Action Taos, CODEPINK Taos und Mitglieder der Gemeinde arbeiteten zusammen, um diese Demonstration zu organisieren. Love-In-Action-Mitglieder entwarfen das Transparent "Gaza = Guernica" und malten es letzte Woche an einem Nachmittag gemeinsam. Hunderte von Gemeindemitgliedern wurden mit dieser Demonstration erreicht; Zehntausende mehr wurden mit der "Online-Demonstration" der Fotos erreicht, die in den sozialen Medien geteilt wurden. Wir ermutigen andere, diese Demonstration in ihren eigenen Gemeinden zu wiederholen und auch unser Kunstwerk zu kopieren (ja, bitte tun Sie das.). Wenn Sie Informationen wünschen, wenden Sie sich an Love-In-Action Network.  Quelle
 

Quelle der Bilder

 

Kassel grüßt die Taliban

Sophi Jung - Taz - 18. 6. 2022

Viele der geladenen Gruppen bleiben also letztlich im klassischen Format einer Ausstellung. Auch die Galerie Eltiqa aus dem von der Hamas kontrollierten Gaza. Neben folkloristischen Malereien verweist sie in Infotexten auf Finanzprobleme und nicht bezahlbare Mieten. Freie Kunst, klar, braucht zu allererst einen Ort. Doch wie frei ist die Kunst von Eltiqa?

Oder ist sie vielmehr das Resultat finanzieller und politischer Abhängigkeiten, wenn jemand wie Mohammed Al Hawajri so instrumentalisierbare Bilder macht, wie seine hier ausgestellten Fotocollagen? In die Reproduktionen einer Bauern­idylle des Barbizon-Malers Jean-François Millet platziert er die Fotos hoch ausgerüsteter junger Soldaten.

Seltsam wie hier vieles postkolonial zusammen­­gemixt wird. Trifft auf dieser Arbeit mit dem Titel „Guernica Gaza“ etwa das israelische Militär auf die unschuldig schlummernden Kleinbauern in Gaza wie 1937 die Nazi-deutsche Legion Condor auf die baskische Kleinstadt Guernica? Hier werden giftige Parallelen aufgemacht, die kaum mit der Phrase von der „Freiheit der Kunst“ zu legitimieren sind.  mehr >>>

 

Ist das Konzept der Documenta wirklich antisemitisch?

Es gibt gute Gründe, warum die indonesischen Organisatoren das offizielle Israel nicht eingeladen haben

Arn Strohmeyer  - 19.06.2022

Es scheint für die größte Kunstausstellung der Welt in Deutschland kein anderes Thema zu geben als Israel und Antisemitismus. Die Macher der Ausstellung – die indonesische ruangrupa-Gruppe – haben das offizielle Israel nicht eingeladen. Ist das aber Antisemitismus? Sie haben ein klares Konzept: Das Thema ist „humbung“. Das ist das indonesische Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. Es geht also um eine gemeinsame Lebens- und Arbeitsweise, um Werte wie Kollektivität und Solidarität. Humbung soll die Ungerechtigkeit der herrschenden Systeme aufzeigen und gleichzeitig demonstrieren, dass die Dinge auch anders gelöst werden können: eben durch das Teilen, das in Indonesien eine sehr lange Tradition hat.

Auf der Documenta sollen Organisationen und Institutionen aus der ganzen Welt zusammen humbung praktizieren. Die ruangrupa-Gruppe formuliert ihr Ziel so: „Jedes der humbung-member wird einen Beitrag leisten und verschiedene Ressourcen wie Zeit, Raum, Geld, Wissen, Fürsorge und Kunst teilen und erhalten.“ Wenn humbung also kurzgefasst die Idee von kollektiv zu verteilenden Ressourcen ist und die Kunst Anstöße geben soll, wie eine solche Verteilungsstruktur im Laufe der Zeit global aufgebaut werden kann, erhebt sich die Frage, ob offizielle Vertreter des siedlerkolonialistischen Apartheid- und Besatzungsstaates Israel in eine solche Ausstellung und ihr Konzept passen würden. Wo praktiziert dieser Staat in seinem Herrschaftsbereich Solidarität und Kollektivität gegenüber den Palästinensern? Nein, Israel ist ein Musterbeispiel für Ungleichheit und Ungerechtigkeit gegenüber einem ganzen Volk, das es unterdrückt.

Nun gibt es natürlich auch in Israel kritische und kreative Künstler, die gut in das Konzept von humbung gepasst hätten. Aber die Wächter über den Antisemitismus hätten dann sofort einen Affront, ja einen Angriff auf das offizielle Israel gewittert und auch den Antisemitismus-Vorwurf erhoben. Kritischen israelischen Intellektuellen hat man hierzulande ja schon Säle für ihre Vorträge untersagt und sie als „Antisemiten“ oder „selbsthassende Juden“ denunziert. Der Vorwurf von Micha Brumlik eines neuen McCartyismus in Deutschland ist ja mehr als berechtigt.

Wenn deutsche Politiker und Publizisten anlässlich der Documenta lautstark beklagen, dass Israel von der Ausstellung ausgeschlossen und das Antisemitismus sowie die Leugnung von Israels Existenz sei (Bundespräsident Steinmeier), dann ist das nur ein neuer Beleg für die Antisemitismus-Hysterie, die in Deutschland inzwischen herrscht. Demnächst wird es auch antisemitisch sein, wenn in einer Fußball-Bundesliga-Mannschaft oder in einem Theaterensemble nicht ein Jude oder Israeli vertreten ist.

Die indonesische ruangrupa-Gruppe betrachtet die Welt aus der Perspektive eines Schwellenlandes der Dritten Welt und nicht aus der Sicht der deutschen Israel-Ideologie. Sie hat deshalb vermutlich gute Gründe, warum sie offizielle Vertreter des siedlerkolonialistischen Besatzungsstaates Israel nicht eingeladen hat, auch wenn das nicht laut gesagt wird. Die Indonesier haben lange unter dem niederländischen Kolonialismus gelitten, sie wissen also sehr genau, was Kolonialismus bedeutet. Es kann deshalb nicht verwundern, wenn sie ihre Sympathie nicht den Unterdrückern, sondern den unterdrückten Palästinensern zuwenden.

Dazu kommt etwas Anderes, das in der deutschen Diskussion gar nicht vorkommt: das Verhältnis Israels zur Dritten Welt. Der israelische Sozialwissenschaftler Benjamin Beit-Hallahmi hat es vor Jahren untersucht und kam zu folgendem Ergebnis: Die israelische Politik hat sich nie mit Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt identifizieren können, weil die Begriffe „Befreiung“ und „Selbstbestimmung“ sofort die Ansprüche der Palästinenser in die öffentliche Debatte Israels gebracht hätten und das sollte unter allen Umständen vermieden werden.

Beit-Hallahmi schreibt: „Dem Zionismus waren von Anfang an, insbesondere was den Umgang mit der Dritten Welt betraf, einige unübersehbare und unausweichliche ideologische Festlegungen inhärent. Kernpunkt des zionistischen Programms war die Begründung eines souveränen jüdischen Staatswesens in Palästina durch Besiedlung und Ausübung politischer Herrschaft. Der Zionismus trug damit gleichsam per definitionem die Momente der Vergewaltigung einer eingeborenen Bevölkerung und der Konfrontation mit der Ditten Welt in sich.“

Und an anderer Stelle schreibt Beit-Hallahmi: „Der Gedanke der Befreiung und Selbstbestimmung für die Länder der Dritten Welt stellt für den Zionismus eine existentielle Bedrohung dar. Sogar der Begriff der Menschenrechte ist für das politische System Israels von potientieller Brisanz. Jede ernsthafte Auseinandersetzung mit der israelischen Politik in der Dritten Welt muss unvermeidlich zu einer radikalen Kritik am Zionismus und seinen politischen Zielen führen.“

Und weiter: „Der Zionismus kann sich eine moralische Selbstanalyse nicht leisten. Das Unrecht, das den Palästinensern angetan wird, liegt so klar auf der Hand, dass man, um es nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen, das Thema als solches tabuisieren muss. Da aber jede Diskussion darüber, was Israel in der Dritten Welt anstellt, zwangsläufig in der Frage nach den Rechten der Palästinenser münden würde, muss auch die Dritte-Welt-Problematik tabuisiert werden. Man kann nicht über Gleichberechtigung, Freiheit und Selbstbestimmung im Allgemeinen reden, ohne irgendwann auch das Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern an der Elle dieser Ideale zu messen.“

Auch wenn diese Sätze schon einige Jahre zurückliegen, an der Grundkonstellation der zionistischen Politik hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert. Beit-Hallahmis Feststellungen erklären auch, warum Israel in der Dritten Welt nie mit den Befreiungsbewegungen, sondern immer mit den brutalsten und korruptesten Diktatoren zusammengearbeitet hat und das auch heute noch tut. Mit humbung hat der Zionismus nichts im Sinn. Aber ist eine solche Kritik antisemitisch?

Es scheint für die größte Kunstausstellung der Welt in Deutschland kein anderes Thema zu geben als Israel und Antisemitismus. Die Macher der Ausstellung – die indonesische ruangrupa-Gruppe – haben das offizielle Israel nicht eingeladen. Ist das aber Antisemitismus? Sie haben ein klares Konzept: Das Thema ist „humbung“. Das ist das indonesische Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. Es geht also um eine gemeinsame Lebens- und Arbeitsweise, um Werte wie Kollektivität und Solidarität. Humbung soll die Ungerechtigkeit der herrschenden Systeme aufzeigen und gleichzeitig demonstrieren, dass die Dinge auch anders gelöst werden können: eben durch das Teilen, das in Indonesien eine sehr lange Tradition hat.

Auf der Documenta sollen Organisationen und Institutionen aus der ganzen Welt zusammen humbung praktizieren. Die ruangrupa-Gruppe formuliert ihr Ziel so: „Jedes der humbung-member wird einen Beitrag leisten und verschiedene Ressourcen wie Zeit, Raum, Geld, Wissen, Fürsorge und Kunst teilen und erhalten.“ Wenn humbung also kurzgefasst die Idee von kollektiv zu verteilenden Ressourcen ist und die Kunst Anstöße geben soll, wie eine solche Verteilungsstruktur im Laufe der Zeit global aufgebaut werden kann, erhebt sich die Frage, ob offizielle Vertreter des siedlerkolonialistischen Apartheid- und Besatzungsstaates Israel in eine solche Ausstellung und ihr Konzept passen würden. Wo praktiziert dieser Staat in seinem Herrschaftsbereich Solidarität und Kollektivität gegenüber den Palästinensern? Nein, Israel ist ein Musterbeispiel für Ungleichheit und Ungerechtigkeit gegenüber einem ganzen Volk, das es unterdrückt.

Nun gibt es natürlich auch in Israel kritische und kreative Künstler, die gut in das Konzept von humbung gepasst hätten. Aber die Wächter über den Antisemitismus hätten dann sofort einen Affront, ja einen Angriff auf das offizielle Israel gewittert und auch den Antisemitismus-Vorwurf erhoben. Kritischen israelischen Intellektuellen hat man hierzulande ja schon Säle für ihre Vorträge untersagt und sie als „Antisemiten“ oder „selbsthassende Juden“ denunziert. Der Vorwurf von Micha Brumlik eines neuen McCartyismus in Deutschland ist ja mehr als berechtigt.

Wenn deutsche Politiker und Publizisten anlässlich der Documenta lautstark beklagen, dass Israel von der Ausstellung ausgeschlossen und das Antisemitismus sowie die Leugnung von Israels Existenz sei (Bundespräsident Steinmeier), dann ist das nur ein neuer Beleg für die Antisemitismus-Hysterie, die in Deutschland inzwischen herrscht. Demnächst wird es auch antisemitisch sein, wenn in einer Fußball-Bundesliga-Mannschaft oder in einem Theaterensemble nicht ein Jude oder Israeli vertreten ist.

Die indonesische ruangrupa-Gruppe betrachtet die Welt aus der Perspektive eines Schwellenlandes der Dritten Welt und nicht aus der Sicht der deutschen Israel-Ideologie. Sie hat deshalb vermutlich gute Gründe, warum sie offizielle Vertreter des siedlerkolonialistischen Besatzungsstaates Israel nicht eingeladen hat, auch wenn das nicht laut gesagt wird. Die Indonesier haben lange unter dem niederländischen Kolonialismus gelitten, sie wissen also sehr genau, was Kolonialismus bedeutet. Es kann deshalb nicht verwundern, wenn sie ihre Sympathie nicht den Unterdrückern, sondern den unterdrückten Palästinensern zuwenden.

Dazu kommt etwas Anderes, das in der deutschen Diskussion gar nicht vorkommt: das Verhältnis Israels zur Dritten Welt. Der israelische Sozialwissenschaftler Benjamin Beit-Hallahmi hat es vor Jahren untersucht und kam zu folgendem Ergebnis: Die israelische Politik hat sich nie mit Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt identifizieren können, weil die Begriffe „Befreiung“ und „Selbstbestimmung“ sofort die Ansprüche der Palästinenser in die öffentliche Debatte Israels gebracht hätten und das sollte unter allen Umständen vermieden werden.

Beit-Hallahmi schreibt: „Dem Zionismus waren von Anfang an, insbesondere was den Umgang mit der Dritten Welt betraf, einige unübersehbare und unausweichliche ideologische Festlegungen inhärent. Kernpunkt des zionistischen Programms war die Begründung eines souveränen jüdischen Staatswesens in Palästina durch Besiedlung und Ausübung politischer Herrschaft. Der Zionismus trug damit gleichsam per definitionem die Momente der Vergewaltigung einer eingeborenen Bevölkerung und der Konfrontation mit der Ditten Welt in sich.“

Und an anderer Stelle schreibt Beit-Hallahmi: „Der Gedanke der Befreiung und Selbstbestimmung für die Länder der Dritten Welt stellt für den Zionismus eine existentielle Bedrohung dar. Sogar der Begriff der Menschenrechte ist für das politische System Israels von potientieller Brisanz. Jede ernsthafte Auseinandersetzung mit der israelischen Politik in der Dritten Welt muss unvermeidlich zu einer radikalen Kritik am Zionismus und seinen politischen Zielen führen.“

Und weiter: „Der Zionismus kann sich eine moralische Selbstanalyse nicht leisten. Das Unrecht, das den Palästinensern angetan wird, liegt so klar auf der Hand, dass man, um es nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen, das Thema als solches tabuisieren muss. Da aber jede Diskussion darüber, was Israel in der Dritten Welt anstellt, zwangsläufig in der Frage nach den Rechten der Palästinenser münden würde, muss auch die Dritte-Welt-Problematik tabuisiert werden. Man kann nicht über Gleichberechtigung, Freiheit und Selbstbestimmung im Allgemeinen reden, ohne irgendwann auch das Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern an der Elle dieser Ideale zu messen.“

Auch wenn diese Sätze schon einige Jahre zurückliegen, an der Grundkonstellation der zionistischen Politik hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert. Beit-Hallahmis Feststellungen erklären auch, warum Israel in der Dritten Welt nie mit den Befreiungsbewegungen, sondern immer mit den brutalsten und korruptesten Diktatoren zusammengearbeitet hat und das auch heute noch tut. Mit humbung hat der Zionismus nichts im Sinn. Aber ist eine solche Kritik antisemitisch?

 

 




An den Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Frank-Walter Steinmeier

Betreff: Rede zur Eröffnung der documenta

Manfred Jeub  - 18. Juni 2022

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Steinmeier, im Anhang übersende ich Ihnen die Impressionen, die der jüdische New-York-Times-Journalist und Politikprofessor Peter Beinart nach seiner Teilnahme an der vom Haus der Kulturen der Welt, dem Einstein Forum und dem Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin veranstalteten Konferenz „Hijacking Memory. Der Holocaust und die Neue Rechte“ am 9. bis 12. Juni aus Deutschland mitgenommen hat.

Nachdem ich Ihre Rede zur Eröffnung der documenta gelesen habe, bitte ich Sie herzlich, diese Außensicht auf den deutschen Diskurs doch einmal zur Kenntnis zu nehmen – vielleicht erreicht Sie die Stimme eines amerikanischen Juden eher als Stimmen aus dem globalen Süden. (Denn in der Tat halte ich eine Verständigung zwischen Menschen, die von der kolonialen Erfahrung von Landraub und Entrechtung herkommen, und Menschen, die dafür die Sprachregelung „Siedlungsbau“ eingeführt haben, für schwierig.)

Nach dem BDS-Bundestagsbeschluss schrieb das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte am 18.10.2019 an den damaligen Außenminister Heiko Maas: "Wir möchten unsere Sorge zum Ausdruck bringen, dass der Beschluss einen besorgniserregenden Trend setzt, die Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit unverhältnismäßig einzuschränken.“ Unterzeichnet hatten den Brief insgesamt fünf Sonderberichterstatter, David Kaye, zuständig für den Schutz der Meinungsfreiheit, Clement Nyaletsossi Voule, zuständig für das Recht auf Versammlungsfreiheit, Michel Forst, zuständig für die Lage von Menschenrechtsaktivisten, Michael Lynk, Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in den seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten und Ahmed Shaheed, zuständig für die Religionsfreiheit.

Seither hat sich die Situation beim Thema Israel-Palästina beständig verschlimmert, so dass honorige Kultur- und Wissenschaftsorganisationen sich mit einer „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ an die Öffentlichkeit wenden mussten, um, wie der Name sagt, unter Berufung auf Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes die Freiheit von Kunst und Wissenschaft in Schutz zu nehmen. Was Forschung und Lehre anbelangt, so versuchte beispielsweise die Hochschulrektorenkonferenz die umstrittene IHRA-Definition administrativ durchzusetzen, die zur Gleichsetzung von Israelkritik und Antisemitismus führt. Dagegen richtete sich eine Petition des jüdischen Sozialpsychologen Prof. Dr. Rolf Verleger, die inzwischen von über 2000 Hochschullehrern unterschieben wurde.

Ich gehe davon aus, dass ein deutsches Staatsoberhaupt über diese Vorgänge, deren lange Liste sich fortsetzen ließe, nicht uninformiert ist.

Dennoch haben Sie, sehr geehrter Herr Bundespräsident, die documenta 2022 mit einem Angriff auf die Kunstfreiheit eröffnet. Sie reden von dieser Freiheit. Doch stets folgt auf dem Fuße das „aber“. Ihr Thema – für Deutschlands Geschichte leider weithin repräsentativ – sind wieder einmal die „Grenzen“ der Freiheit. Damit leisten Sie als Präsident aller Deutschen, der Sie sein sollten, einen parteilichen Beitrag zur Förderung der Cancel-Culture, die von bestimmten Interessensgruppen betrieben wird. Denn das könnten Sie wissen: Nicht die documenta hat eine „heftige, kritische Debatte hervorgerufen“, sondern Pressure-Groups, darunter ein eigens staatlich installierter Vertreter, haben sie gezielt skandalisiert, wie es in unserem Land leider gängige Praxis geworden ist. Sie beklagen die Verhärtung des Diskurses Israel-Palästina. Mit Ihrer Positionierung in dieser Rede tragen sie selbst dazu bei. Noch einmal eine jüdische Stimme: Micha Brumlik hat das erzeugte Klima in unserem Land einen „neuen McCarthyismus“ genannt, weil mit Kontaktverdächtigungen gearbeitet wird. Das tun Sie in Ihrer Rede leider auch.

„Ein Boykott Israels kommt einer Existenzverweigerung gleich.“ – wie kommen Sie zu einer solchen Behauptung? Unser Land sanktioniert eine Reihe anderer Länder mit erheblich wirksameren Boykottmaßnahmen, als zivilgesellschaftliche Aktionen es je vermöchten. Das soll eine Änderung von deren Politik erzwingen, aber doch selbstverständlich nicht ihre staatliche Existenz in Frage stellen. Es ist mir unerfindlich, wie in die Rede eines deutschen Staatsoberhauptes die Behauptung geraten konnte „Ein Boykott Israels kommt einer Existenzverweigerung gleich.“ Außer als israelische Regierungspropaganda macht sie keinen Sinn.

Herr Bundespräsident, ich bedauere zutiefst, dass Sie Öl ins Feuer eines ethisch tiefgehenden, die Menschen in unserem Land entzweienden Konfliktes gegossen haben und möchte Sie wissen lassen, dass Sie in Kassel nicht in meinem Namen gesprochen haben. Mit freundlichen Grüßen Manfred Jeub

Antisemitismus-Debatte bei documenta
Lehrstück über Dämonisierung und Delegitimierung

Aufregung im Vorfeld: Schon vor dem Start der documenta 15 wurde seit Wochen über Antisemitismus-Vorwüfe debattiert. © documenta fifteen 2022


Hanno Loewy im Gespräch mit Liane von Billerbeck · 15.06.2022


Der Debatte über Antisemitismus und Rassismus bei der documenta 15 kann Hanno Loewy wenig Gutes abgewinnen. Statt die Perspektive des jeweils anderen anzuerkennen, falle man übereinander her, sagt der Direktor des Jüdischen Museums Hohenems.

Zum Start der documenta 15 müsste nun eigentlich über die Kunst diskutiert werden, die dort zu sehen ist. Das findet zumindest Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems. Stattdessen sorgt die internationale Kunstausstellung mit einer Diskussion über Antisemitismus und Rassismus für reichlich Schlagzeilen.

Zwei Perspektiven auf Israel
- Ursache der Debatte ist die Einladung der palästinensischen Künstlergruppe „Question of Funding“. Diese soll der israelkritischen Boykottbewegung BDS nahestehen, so der Vorwurf. „Das Problem ist, dass die Auseinandersetzungen über Antisemitismus und Rassismus miteinander immer mehr ins Gehege geraten, immer mehr zu einem Konflikt um Deutungshoheiten werden“, sagt dazu Loewy.

Kern sei dabei der unterschiedliche Blick auf Israel und Palästina: Für Juden sei „dieses Land im Nahen Osten“ die Zuflucht, für die Palästinenser stehe es für europäischen Kolonialismus. „Beides stimmt“, sagt Loewy. „Solang man das nicht anerkennt, dass die Perspektive des anderen tatsächlich auch eine legitime Seite besitzt, solang fällt man nur übereinander her, und das erleben wir im Moment.“ Aus Loewys Sicht ein Lehrstück über Dämonisierung, Delegitimierung und doppelte Standards. (...)

„Das sind ja die drei Kriterien, mit denen häufig auf vermeintlichen Antisemitismus hingewiesen wird“, erklärt Loewy: „Man sagt, Kritik an Israel sei in Wirklichkeit Dämonisierung, Delegitimierung und messe mit doppelten Standards. Aber dasselbe gilt leider auch für die Auseinandersetzung mit den Positionen der Palästinenser. Israelische Politik ist eben auch ein Versuch, die Interessen und Positionen der Palästinenser zu delegitimieren und zu dämonisieren, und dabei wird eben auch immer wieder mit doppelten Standards gemessen.“

Ähnliches könne man bei der documenta-Auseinandersetzung beobachten. Der palästinensischen Künstlergruppe wurde beispielsweise vorgeworfen, sie sei antisemitisch, weil wie sich in einem Kulturzentrum treffe, das nach einem Nazi-Freund und Antisemiten benannt wurde. „Das war pure Dämonisierung, denn daran war nichts wahr“, so Loewy.  mehr >>>

 

 

 

 

An alle die entsprechend manipulieren und konditionieren,
so auch den Bundespräsidenten Steinberg.

Bevor man sich von Propaganda einer fragwürdigen Ideologie, dem Zionismus manipulieren läßt, sollte man sich vielleicht mal informieren, was der der BDS Aufruf der Palästinenser, seine Übertragung ins deutsch sagt.
Ich denke nicht, dass es eine Aufgabe öffentlicher Personen ist
nicht Lügen und Unterstellungen der zionistischen Propaganda zu verbreiten.


Wir hatten einmal gesagt:
NIE WIEDER
es sollte weltweit für alle gelten:
NIEMAND
NIRGENDWO
BEGINNEN WIR AUCH SO ZU HANDELN

KEINER HAT DAS RECHT ZU FORDERN
DAS WIR AUF DER SEITE DER NEUEN TÄTER STEHEN SOLLEN

Lesen Sie den Aufruf der BDS Bewegung.

Es darf nicht sein, dass wir an der Seite der neuen Täter stehen.
sie decken und das verteidigen was mit Palästina geschieht.

Palästina hat das Recht auf das was Israel verweigert,
ein gerechtes miteinander, den Schutz der Staaten der Welt

 

Lest was der BDS Aufruf fordert:

1)      Die Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes beendet und die Mauer abreißt;
2) Das Grundrecht der arabisch-palästinensischen BürgerInnen Israels auf völlige Gleichheit anerkennt; und
3) Die Rechte der palästinensischen Flüchtlinge, in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum zurückzukehren, wie es in der UN Resolution 194 vereinbart wurde, respektiert, schützt und fördert.“

DER BDS AUFRUF RICHTET SICH NICHT GEGEN JUDEN SONDERN GEGEN EINE GRAUSAMME IDEOLIGIE:
Unterstellt wird „Kauft nicht bei Juden“
Unterstellt wird, man wolle Israel zerstören.
Die Wahrheit ist, dass Israel ein kaum wahrnehmbares "Nur für Juden" Schild auch über Palästina gehängt hat.
Das ist das Handwerk, das der Kolonisatoren Israel seit Jahrzehnten verfolgen.

BDS FORDERT EIN GERECHTES MITEINANDER

Es geht darum ein Land das Apartheid betreibt zu Sanktionieren.
Was wir zu Recht mit Putin machen sollte für alle gelten.
 

Lesen Sie die Quellen und nicht was die Hasbaraabteilungen Israel verbreiten

2005 BDS  Aufruf Palästina
2015 - Deutschlandweiter BDS-Aufruf

 

Eröffnung der Documenta 2022 durch den Bundespräsidenten Walter Steinmeier

Kassel, 18. Juni 2022

Ein Ausschnitt aus der Rede, die zeigt, wie sich die BRD erneut einem Täter zuordnet.

(...) Streitfrei ist Kunst also nicht zu haben, aber: Ist deshalb alles Kunst? Joseph Beuys würde jetzt sagen: "Ja!" Aber das kann nicht bedeuten, dass all jene, die sich für ihre politischen Botschaften der Kunst bedienen, außerhalb der Kritik bleiben. Zumal dann nicht, wenn sie den politischen Aktivismus zur Kunstform machen. Wer als Künstlerin oder Künstler in das Forum der Politik eintritt, muss sich nicht nur der ästhetischen, sondern auch der politischen Debatte und Kritik stellen. Und dort gibt es Grenzen!

Um das klarzustellen, spreche ich heute hier.

Ich habe die Diskussion im Vorfeld der jetzigen documenta sehr genau verfolgt, über das was wir an Kunst zu erwarten haben, aber auch über manchen gedankenlosen, leichtfertigen Umgang mit dem Staat Israel. Denn so nachvollziehbar manche Kritik an der israelischen Politik, etwa dem Siedlungsbau, ist: Die Anerkennung der israelischen Staatlichkeit ist die Anerkennung der Würde und Sicherheit der modernen jüdischen Gemeinschaft. Die Anerkennung ihrer Existenzgewissheit. Als deutscher Bundespräsident halte ich für mein Land fest: Die Anerkennung Israels ist bei uns Grundlage und Voraussetzung der Debatte!

Ich sage gern nochmal: Kunst darf anstößig sein, sie soll Debatten auslösen. Mehr noch: Die Freiheit der Meinung und die Freiheit der Kunst sind Wesenskern unserer Verfassung. Kritik an israelischer Politik ist erlaubt. Doch wo Kritik an Israel umschlägt in die Infragestellung seiner Existenz, ist die Grenze überschritten.

Es fällt auf, wenn auf dieser bedeutenden Ausstellung zeitgenössischer Kunst wohl keine jüdischen Künstlerinnen oder Künstler aus Israel vertreten sind. Und es verstört mich, wenn weltweit neuerdings häufiger Vertreter des globalen Südens sich weigern, an Veranstaltungen, an Konferenzen oder Festivals teilzunehmen, an denen jüdische Israelis teilnehmen.

Ein Boykott Israels kommt einer Existenzverweigerung gleich. ...     mehr >>>

Die ganze Rede als Pdf Datei >>>


 

Frank-Walter Steinmeier auf der Documenta
Diese Rede ist ein Skandal


Elke Buhr - 18.06.2022

Nirgendwo auf der Documenta wird das Existenzrecht Israels in Frage gestellt. Trotzdem hielt der Bundespräsident in Kassel eine Rede, die die Antisemitismus-Vorwürfe einfach als berechtigt darstellte. Ein Kommentar

Gemeinschaft, Kooperation, Ressourcenteilung, das sind die Werte, die das indonesische Kollektiv Ruangrupa auf der Documenta Fifteen umsetzen will. Dazu haben sie zahlreiche weitere Kollektive vor allem aus dem Globalen Süden eingeladen, die wiederum selbst viele Künstlerinnen und Künstler gebeten haben, an der Großausstellung in Kassel teilzunehmen. Die vollständige Künstlerliste, die gerade erst veröffentlicht wurde, ist selbst fast wie ein Konzeptkunstwerk: Sie umfasst Tausende von Namen.

An den Eröffnungstagen ging das Konzept auf: Überall standen Menschen entspannt zusammen, lagen in der Sonne, freuten sich über den positiven Vibe, der die Ausstellung durchzieht – obwohl viele Werke auch Krieg, Unterdrückung, ökologische Katastrophe und Kolonialismus zum Thema haben.

Doch nein, nicht alle freuten sich. Ein paar Journalistinnen und Journalisten hatten anderes zu tun: Sie suchten nach Antisemitismus. Die zunächst von einem zweifelhaften Kasseler Blog erhobenen Vorwürfe gegen Ruangrupa und vor allem eine palästinensische Gruppe, die sich schnell zu Vorwürfen gegen alles "Postkoloniale" erweiterten, waren so konsequent aufgeblasen worden, dass sie für viele zu einer Schablone wurden, unter der die Ausstellung wahrgenommen wurde. Wo ist er denn nun, der Antisemitismus?

Keine Diffamierung oder Herabwürdigung - Eine erste Antwort soll hier nun klar gegeben werden: Nirgendwo auf dieser Ausstellung wird das Existenzrecht Israels in Frage gestellt. Es werden auch keine Juden diffamiert und herabgewürdigt. Im Übrigen hatte auch im Vorfeld keiner der Beteiligten sich irgendwie antisemitisch geäußert, alle hatten Antisemitismus explizit verurteilt.


Was allerdings stattfindet, ist die Präsentation von palästinensischen Künstlerinnen und Künstlern. Zum Beispiel bei dem Kollektiv Question of Funding aus Ramallah. Es dokumentiert die Geschichte des Künstlerkollektivs Eltiqa aus dem Gaza-Streifen-Künstlerinnen und -Künstler, die wegen israelischer Einfuhrregulation kaum über Leinwand und Farben verfügen, deren Biografien geprägt sind von Kriegen und Armut. Die Situation dieser Menschen wird nicht einmal bewertet, nur dargestellt. Ist das bereits zu viel?

Es gibt noch mehrere palästinensischstämmige Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung, und sie beschäftigen sich mit sehr unterschiedlichen Themen, längst nicht alle mit dem Nahostkonflikt. Und ja, jüdische Künstlerinnen und Künstler mit Wohnsitz im Staat Israel sind zumindest nicht prominent vertreten – noch ist die lange Liste nicht komplett durchforstet worden    mehr >>>

 

Dokumentation - Die Apartheid + Kolonialpolitik Israels muss beendet werden durch Boykott - Desinvestment - Sanctions (BDS)

 

 

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